Artikel - Sind Sie noch dabei zu reagieren - oder agieren Sie schon wieder?

Die letzten Monate haben den Praxisinhaber/innen, den Mitarbeiter/innen und den gesamten Praxen sehr viel abverlangt: Ständig neue Informationen, Handlungsempfehlungen, Regeln, Vorschriften, Gesetze und Änderungen der selbigen. Die meisten Praxen waren nur damit beschäftigt zu reagieren. Jetzt wird es Zeit, sein Schicksal wieder in die eigenen Hände zu nehmen und wieder zu agieren!

Es gibt Zeiten, in denen wir unser langfristiges Ziel vor Augen haben und unsere Bemühungen in diese Richtung gehen. Es gibt aber auch leider Zeiten, in denen wir von den externen Einflüssen einfach überrollt werden und es nur darum geht, den Alltag zu meistern. So eine Zeit hatten wir gerade und spätestens jetzt ist es an der Zeit, wieder das Glück in die eigenen Hände zu nehmen und uns wieder auf unser Langfristziel zu fokussieren.

Mit diesem Artikel möchte ich Ihnen ein paar Tipps geben, wie Sie Zeit, Geld und Nerven sparen, um wieder auf Spur zu kommen:

 

Schäften Sie Ihre Säge

Schon vor Corona haben mir neue Mandanten immer wieder berichtet, dass sie jedes Jahr mehr arbeiten, aber die Ergebnisse bestenfalls gleich geblieben sind – wenn nicht sogar gesunken sind.

Hierzu eine kleine Geschichte: Ein Wanderer geht an einem sonnigen Herbsttag durch einen Wald. Weit entfernt hört er nach einer Weile, wie zwei Holzfäller fluchen. Unser Wanderer nähert sich den Ort des Geschehens und sieht wie die beiden Holzfäller mit einer Zwei-Mann-Säge einen Baumstamm zersägen, der auf dem Boden liegt. Er beobachtet das Spektakel für einige Minuten. Dann ergreift er die Initiative und spricht die beiden Holzfäller an: „Entschuldigen Sie bitte! Aber meine Herren, Ihre Säge ist doch ganz stumpf – sie sollten diese unbedingt schärfen!“ – darauf antworten die beiden Holzfäller mürrisch: „Dazu haben wir keine Zeit!“ und arbeiten mit ihrer stumpfen Säge weiter.

Wie ist es mit Ihnen? Arbeiten Sie mit dem richtigen Werkzeug? Sind Sie an dem richtigen Baum? Wissen Sie, wie viel Holz Sie brauchen?

Nun können Sie natürlich Ihr „Werkzeug“ mit Ihren Instrumenten gleichsetzen, ich empfehle Ihnen aber auch Ihre Mitarbeiter/innen, Ihre Leistungen, Ihre Organisation, Ihr Marketing und Ihr ganzes Praxisumfeld in die diese Überlegungen einzubeziehen.

Ihr Baum sind Ihre Patienten! Haben Sie die richtigen Patienten und genügend davon?

Und Holz könnten Sie mit Geld gleichsetzen. Wissen Sie, wie viel Umsatz Sie erwirtschaften müssen?

Kurz gesagt: Haben Sie einen Plan, wie viel Geld Sie mit welchen Patienten über welche Leistungen erwirtschaften müssen oder wollen? Falls Ihnen das fehlt, sollten Sie sich Gedanken darüber machen – gegebenenfalls mit externer Unterstützung.

Ja, Corona hatte viele Nachteile, der Vorteil ist aber, dass es uns die Gelegenheit gegeben hat, viele Dinge zu überdenken!

 

Unternehmerzeit einplanen

Während Sie als Zahnmediziner/in immer an das Wohl der Patienten denken, ist es auch erforderlich, dass Sie als Unternehmer an Ihr Wohl denken. Ohne dass es Ihnen – emotional und auch finanziell – gut geht, kann es den Patienten nicht gut gehen.

Da Sie als Selbständige/r mehr Aufgaben, wie als Angestellte/r haben, brauchen Sie für die Führung und Weiterentwicklung Ihrer Praxis auch Zeit. Ich nenne das „Unternehmerzeit“.

Planen Sie sich jede Woche mindestens 1-2 Stunden Zeit ein, in der Sie nicht behandeln oder Ihre Einträge machen, sondern in der Sie sich um Ihre strategischen und betriebswirtschaftlichen Aufgaben kümmern: Lesen Sie Ihre BWA, werten Sie Ihre Praxissoftware aus, planen Sie Ihre nächsten Schritte: „Schärfen Sie Ihre Säge!“

Gerne machen Sie das auch mal außerhalb der Praxis an einem Ort, an dem Sie sich wohl fühlen. Diese Unternehmerzeit kann auch angenehm sein!

 

Holen Sie sich Mitstreiter – Sie sind nicht allein

Wenn Sie ein Ziel und/oder eine Vision verfolgen ist es immer gut, Mitstreiter zu haben. Das hat sich sowohl im Sport, aber auch bei Diäten schon sehr bewährt. Suchen Sie sich Menschen Ihres Vertrauens, denen Sie von Ihnen Zielen erzählen und die als eine Art Kontrollorgan dienen sollen. Wenn Sie diese Menschen nicht enttäuschen wollen, werden Sie noch mehr Energie daran setzen, nur von Erfolgen berichten zu können.

Im Zusammenhang mit Ihren Praxiszielen sollten diese Vertrauten, insbesondere Personen sein, die sich in der Thematik – zumindest etwas – auskennen und auch bereit sind, Ihnen kritisches Feedback zu geben, wenn Ihre Anstrengungen möglicherweise nachgelassen haben.

Damit scheiden oftmals Familienmitglieder aus, da diese vor kritischem Feedback zurückschrecken. Externe Berater – wie Steuer- oder Unternehmensberater – sind hier oft neutraler.

Wenn Sie diese Ratschläge umsetzen, werden Sie feststellen, dass Sie Ihren Zielen näher kommen! In Ihrer „Unternehmerzeit“ schäften Sie Ihre Säge und konzentrieren Sie sich darauf, die richtigen Dinge zu tun – statt nur die Dinge (und hier möglicherweise die falschen) richtig zu tun. Durch Ihre externe Kontrolle bzw. Ihre Mitstreiter werden Sie wiederum motiviert, in Ihren Bemühungen immer weiter voranzustreben.

Behalten Sie Ihr Ziel im Auge, dann werden Sie es auch erreichen. Und sollten Sie Unterstützung dabei wünschen, wissen Sie ja, wo Sie mich finden können.

 

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