#BestPraxisTipp – Liquidität sichern: Warum eine vorausschauende Finanzplanung so wichtig ist
Liquiditätsengpässe vermeiden: Frühzeitig planen und Rücklagen bilden
Zusammenfassung
Trotz gut laufender Praxis plötzlich in Zahlungsschwierigkeiten? Das passiert häufiger, als man denkt – besonders bei Existenzgründer:innen oder Praxen mit stark steigenden Gewinnen.
Erfahren Sie, wie Sie mit einer vorausschauenden Finanzplanung und rechtzeitig gebildeten Rücklagen unangenehme Überraschungen vermeiden.
Warum Liquiditätsplanung so entscheidend ist
Viele Ärztinnen, Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte erleben, dass große Nachzahlungen für Steuern und Ärzteversorgung plötzlich die Liquidität belasten.
Dabei ließe sich diese Situation oft vermeiden – mit einer frühzeitigen Finanzplanung.
Der besondere Fall bei Existenzgründern
Bei Existenzgründungen ist es fester Bestandteil meiner Beratung, die Gründer:innen spätestens nach dem ersten Halbjahr über die voraussichtlichen Zahlungen an Steuern und Ärzteversorgung zu informieren – auch wenn diese erst 1½ bis 2 Jahre später fällig werden.
Im ersten Jahr werden in der Regel keine Steuern und keine Ärzteversorgungsbeiträge abgeführt, weil das betriebswirtschaftliche Ergebnis noch nicht bekannt ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Zahlungen entfallen – sie werden nur später nachgefordert, sobald die Zahlen feststehen.
Wenn der Steuerberater nicht - oder unzureichend - warnt
Leider habe ich schon etliche Fälle erlebt, bei denen neue Mandant:innen zu mir kamen, enttäuscht vom bisherigen Steuerberater. Häufig hatten sie keine frühzeitige Information über zu erwartende Vorauszahlungen oder die Notwendigkeit, Rücklagen zu bilden.
Das böse Erwachen kam dann in Form einer Kombination aus:
-
Nachzahlung für das vorletzte Jahr
-
nachträgliche Vorauszahlung für das zurückliegende Jahr
-
erhöhte Vorauszahlung für das laufende Jahr
Diese Summen lagen nicht selten bei weit über 100.000 € auf einen Schlag – ein Schock, der mit besserer Planung vermeidbar gewesen wäre.
Nicht nur ein Thema für Existenzgründer
Auch bestehende Praxen sind betroffen – vor allem, wenn der Gewinn stark steigt. Das kann insbesondere zwei Hauptursachen haben:
-
Tatsächlich mehr Umsatz (bei ggf. niedrigeren Kosten) im Vergleich zum Vorjahr
-
Wegfall größerer Abschreibungen (steuerfreier Beträge)
In beiden Fällen kann es sein, dass die Steuerlast im Folgejahr massiv ansteigt – und zwar oft überraschend, wenn keine frühzeitige Berechnung erfolgt.
So vermeiden Sie unliebsame Überraschungen
Der beste Weg, um Liquiditätsengpässe zu verhindern, ist eine Business-Planung mit regelmäßigem Soll-Ist-Abgleich. So sehen Sie frühzeitig, ob zusätzliche Zahlungen zu erwarten sind – und können Rücklagen bilden.
Auch eine frühzeitige Steuerberechnung in Absprache mit Ihrem Steuerberater und die gezielte Rücklagenbildung sind bewährte Methoden, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Fazit
Ob Existenzgründung oder etablierte Praxis – wer seine Liquidität aktiv plant, behält die Kontrolle über seine Finanzen und schläft ruhiger.
Frühzeitige Information, regelmäßige Analyse und gezielte Rücklagenbildung sind die Schlüssel zu mehr Sicherheit.
Frage an Sie:
Hatten Sie auch schon einmal den Fall, dass Ihr Steuerberater oder Ihre Steuerberaterin Sie mit einer hohen Nachzahlung überrascht hat?
Schreiben Sie mir gerne Ihre Erfahrungen – ich bin gespannt auf Ihre Geschichte.
Einen Kommentar schreiben