#BestPraxisBeratung – Mitarbeiter führen, halten, finden: Was gute Personalarbeit wirklich ausmacht

Kurzzusammenfassung

Gute Personalarbeit lässt sich auf drei Aufgaben verdichten: führen, halten und finden. Alle drei hängen enger zusammen, als es auf den ersten Blick scheint.

Wer nicht aktiv führt, überlässt das Feld anderen – mit spürbaren Folgen für das ganze Team. Wer Mitarbeiter halten will, kommt an fairer Bezahlung nicht vorbei, braucht aber vor allem gemeinsame Erlebnisse und Zusammenhalt. Und wer neue Mitarbeiter sucht, findet sie oft leichter über das eigene Team als über teure Anzeigen.

Dieser Beitrag zeigt an einem realen Beratungsfall, was passiert, wenn Führung fehlt – und was danach besser wurde.


Wer nicht führt, wird geführt – auch in der eigenen Praxis

Personalgespräch und Teamzusammenhalt in der Arzt- oder Zahnarztpraxis

Ein Beratungsfall aus der Praxis

Eine Praxisinhaberin hatte gerade neu gegründet – und befand sich gleichzeitig in einer privaten Lebensphase, die ihr wenig Zeit und Kraft für alles ließ, was nicht unmittelbar mit der Praxis zu tun hatte.

Die Personalführung überließ sie deshalb weitgehend einer Mitarbeiterin. Diese begann jedoch zunehmend, ein Eigenleben in der Praxis zu führen – Entscheidungen wurden getroffen, ohne dass die Chefin davon wusste, und im Team machte sich zunehmend Unsicherheit breit.

Erst als die Inhaberin bemerkte, wie wenig Sinn es macht, die Führung vollständig aus der Hand zu geben, haben wir gemeinsam gegengesteuert: Schritt für Schritt hat sie die Personalführung wieder selbst übernommen – als Chefin, mit direkter Verantwortung.

Die Mitarbeiterin, die zuvor ihr eigenes Regiment geführt hatte, verließ daraufhin die Praxis. Für das restliche Team war das ein spürbarer Gewinn: Das Klima verbesserte sich deutlich, und die Inhaberin steht seither in direktem Kontakt mit ihren Mitarbeitern – und kann die Führung dadurch tatsächlich steuern.

=> Führung, die nicht stattfindet, findet trotzdem statt – nur nicht durch Sie.


Führen bedeutet: regelmäßig, nicht einmal im Jahr

Der Fall zeigt es deutlich: Ein Führungsvakuum füllt sich von selbst – nur meist nicht so, wie man es sich wünscht.

Gute Führung braucht Regelmäßigkeit. Dazu gehören Teamgespräche ebenso wie Einzelgespräche – und beides öfter als einmal im Jahr. Ein einziges Jahresgespräch kann wichtige Signale schlicht zu spät aufnehmen. Wie sich echte Mitarbeitergespräche von einem reinen Pflichttermin unterscheiden, habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben.

=> Führung ist kein einmaliger Termin, sondern ein laufender Kontakt.


Halten bedeutet: gemeinsame Erlebnisse und faire Bezahlung

Wer Mitarbeiter halten will, denkt zuerst oft ans Gehalt. Das spielt eine Rolle – aber selten die entscheidende.

Wichtiger sind häufig gemeinsame Erlebnisse: Aktivitäten außerhalb des Praxisalltags, kleine Feierlichkeiten, Momente, die das Team wirklich miteinander teilt. Solche Erlebnisse wiegen langfristig oft mehr als ein paar Euro mehr auf dem Gehaltszettel.

Beim Gehalt selbst geht es weniger um die absolute Höhe als um Fairness – und zwar auf zwei Ebenen: fair im Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen innerhalb der Praxis, und fair im Verhältnis zum Markt außerhalb.

=> Menschen bleiben selten wegen des Gehalts – sie gehen aber häufig, wenn es sich unfair anfühlt.


Finden bedeutet oft: die eigenen Mitarbeiter fragen

Beim Thema Recruiting setzen viele Praxen zuerst auf Anzeigen oder professionelle Recruiter. Recruiter können helfen, kosten aber spürbar Geld – und sind aus meiner Erfahrung nicht immer die erste Wahl.

Oft wirkungsvoller: Mitarbeiter werben Mitarbeiter. Wer im eigenen Team ein gutes Klima geschaffen hat, findet darüber häufig die passendsten neuen Kolleginnen und Kollegen – ohne teure Anzeigenkampagne.

=> Ein Team, das gerne bleibt, ist oft der beste Kanal, um neue Mitarbeiter zu finden.


Fazit: Führen, halten und finden hängen zusammen

Die drei Aufgaben lassen sich nicht getrennt betrachten. Wer führt, schafft die Voraussetzung, um zu halten. Wer hält, gewinnt darüber häufig auch neue Mitarbeiter.

Der gemeinsame Nenner ist Nähe: zum Team, zu jedem Einzelnen, zur eigenen Verantwortung als Chefin oder Chef.

=> Gute Personalarbeit beginnt nicht beim Gehalt, sondern bei der Führung selbst.


Frage an Sie

Wissen Sie, wie es Ihrem Team gerade wirklich geht – oder wissen Sie es nur ungefähr?


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Vertiefen möchte ich das Thema Mitarbeiterführung außerdem bei meinem Vortrag „Erfolgsfaktor Personal: Mitarbeiter*innen – führen, halten, finden" am 14.10.2026 beim Zahnärztlichen Arbeitskreis Kempten. Wenn Sie vor Ort dabei sein möchten, freue ich mich auf Sie.


Wenn Sie Ihre Personalarbeit grundlegend überdenken möchten, vereinbaren Sie gerne ein kostenfreies und unverbindliches Orientierungsgespräch. 


Über diesen Beitrag

Die Inhalte dieses Beitrags stammen aus meiner täglichen Beratungspraxis – aus realen Mandantengesprächen, echten Praxisfällen und über 25 Jahren Erfahrung in der betriebswirtschaftlichen Beratung von Ärzten und Zahnärzten. Bei der sprachlichen Ausarbeitung nutze ich digitale Werkzeuge.
Themenwahl, fachliche Inhalte und Freigabe liegen ausschließlich bei mir.

Michael Kreuzer, Diplom-Kaufmann und Geschäftsführer der BestPraxis GmbH


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