#BestPraxisBeratung – Warum das Geld auf Ihrem Praxiskonto nicht automatisch Ihnen gehört

Kurzzusammenfassung

Ein Teil des Geldes auf Ihrem Praxiskonto gehört wirtschaftlich oft bereits dem Finanzamt, der Ärzteversorgung oder der Bank – auch wenn diese Zahlungen erst deutlich später fällig werden.

Gerade nach einer Praxisgründung oder in wirtschaftlich schwierigeren Phasen führt dieser zeitliche Versatz dazu, dass finanzielle Probleme lange unbemerkt bleiben. Wer seine Liquidität ausschließlich anhand des Kontostands beurteilt, unterschätzt seine tatsächlichen Verpflichtungen.

Dieser Beitrag zeigt, wie dieser Effekt entsteht, warum er auch gut laufende Praxen trifft und wie Sie mit vorausschauender Planung rechtzeitig gegensteuern.


Wenn der Kontostand mehr verspricht, als er hält

Praxiskonto mit Guthaben – ein Teil des Geldes ist bereits für Steuern, Ärzteversorgung und Darlehen verplant

Der Ausgangspunkt aus der Beratung

Immer wieder kommen Ärzte oder Zahnärzte zu mir, weil sie ihre finanzielle Situation nicht mehr nachvollziehen können. Sie sagen beispielsweise:

"Herr Kreuzer, ich verstehe das nicht. Vor einem Jahr war auf meinem Konto noch genügend Geld. Jetzt kommen plötzlich hohe Steuerzahlungen, Beiträge zur Ärzteversorgung und die Tilgung des Praxisdarlehens zusammen.
Wo ist das ganze Geld geblieben?"

Aus meiner Erfahrung entsteht dieses Problem nur selten von heute auf morgen. Viel häufiger entwickelt es sich schleichend über Monate oder sogar Jahre. Dabei handelt es sich keineswegs nur um wirtschaftlich schlecht geführte Praxen – auch gut laufende Praxen können vorübergehend in schwierigere Phasen geraten.

Zum Beispiel durch

  • einen langsameren Praxisstart als geplant,
  • gesundheitliche oder familiäre Rückschläge,
  • notwendige Investitionen,
  • einen Praxisumbau,
  • eine Baustelle vor der Praxis
  • oder andere äußere Einflüsse.

=> Finanzielle Engpässe entstehen häufig lange bevor sie auf dem Konto sichtbar werden.


Der Kontostand erzählt nicht die ganze Wahrheit

Viele Praxisinhaber orientieren sich verständlicherweise an ihrem Kontostand. Schließlich sieht man dort jeden Tag, wie viel Geld vorhanden ist. Genau darin liegt jedoch häufig ein Denkfehler: Ein Teil dieses Geldes ist wirtschaftlich bereits verplant.

Dazu gehören beispielsweise

  • Steuern,
  • Beiträge zur Ärzteversorgung,
  • bereits eingeplante Darlehenstilgungen
  • oder andere Verpflichtungen, die erst später fällig werden.

Das Geld befindet sich zwar noch auf dem Konto. Es steht aber tatsächlich nicht mehr zur freien Verfügung.

=> Nicht jeder Euro auf dem Praxiskonto gehört Ihnen auch wirtschaftlich.

Schaubild: Praxiskonto mit 100.000 Euro Guthaben – 70.000 Euro sind bereits für Steuern, Ärzteversorgung und Darlehenstilgung verplant, nur 30.000 Euro sind tatsächlich frei verfügbar  Ich habe die Markierung im Word-Dokument entsprechend verschoben und d

Warum sich das Problem oft erst Monate später zeigt

Gerade bei Existenzgründern beobachte ich immer wieder einen ähnlichen Verlauf: Die Praxis entwickelt sich zunächst etwas langsamer als geplant. Die laufenden Kosten können dennoch bezahlt werden, und auch privat wird häufig zunächst genauso weitergelebt wie bisher.

Gleichzeitig werden Steuerzahlungen oder Beiträge zur Ärzteversorgung erst deutlich später fällig. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die finanzielle Situation eigentlich noch gut aussieht.

Erst Monate oder Jahre später treffen mehrere Zahlungen gleichzeitig aufeinander. Dann werden zusätzlich häufig die Tilgungen eines Existenzgründungsdarlehens fällig, die zuvor ausgesetzt waren.

=> Was zunächst wie ein kurzfristiger Engpass aussieht, ist häufig das Ergebnis einer Entwicklung über einen längeren Zeitraum.


Die Corona-Hilfen haben dieses Problem deutlich gemacht

Ein gutes Beispiel waren aus meiner Sicht die Corona-Hilfen. Viele Praxen erhielten damals zunächst finanzielle Unterstützung. Später wurde überprüft, ob diese Hilfen tatsächlich berechtigt waren.

Gerade bei Ärzten und Zahnärzten führte dies teilweise zu einer besonderen Situation. Denn bei der Beurteilung spielten häufig die Zahlungseingänge innerhalb bestimmter Zeiträume eine entscheidende Rolle. Diese spiegelten jedoch nicht immer die Leistungen wider, die in diesem Zeitraum erbracht wurden. Durch die zeitversetzte Abrechnung über KV oder KZV konnten Honorare berücksichtigt werden, die bereits viele Monate zuvor erwirtschaftet worden waren.

Die Folge: Viele Praxen mussten die erhaltenen Hilfen später wieder zurückzahlen – obwohl sie ursprünglich davon ausgegangen waren, anspruchsberechtigt zu sein.

Unabhängig von der damaligen rechtlichen Bewertung zeigt dieses Beispiel sehr anschaulich:

=> Zeitlich verschobene Geldflüsse können die wirtschaftliche Situation einer Praxis völlig anders erscheinen lassen, als sie tatsächlich ist.


Private Ausgaben verschärfen die Situation häufig zusätzlich

Wenn die Einnahmen vorübergehend zurückgehen, reagieren viele Praxisinhaber zunächst verständlicherweise nicht sofort. Das private Leben läuft weiter. Urlaub, Auto oder andere private Ausgaben orientieren sich häufig noch an den wirtschaftlich besseren Jahren. Dadurch werden finanzielle Reserven oftmals schneller aufgezehrt als notwendig.

Aus meiner Sicht gehört es deshalb zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung, auch die privaten Lebenshaltungskosten regelmäßig zu hinterfragen.

=> Wer frühzeitig seine privaten Ausgaben anpasst, gewinnt häufig wertvolle Zeit und finanziellen Handlungsspielraum.


Transparenz ist der wichtigste Schritt

Die entscheidende Frage lautet aus meiner Sicht nicht: 

  • Wie viel Geld befindet sich auf dem Konto? Sondern:
  • Welcher Teil dieses Geldes gehört tatsächlich noch mir?

Genau deshalb arbeite ich mit meinen Mandanten auf Basis einer vorausschauenden Business-Planung. Dabei geht es nicht nur um die Finanzierung einer Praxis. Viel wichtiger ist die laufende Planung der künftigen Geldflüsse.

Oft erkennen wir bereits ein bis zwei Jahre im Voraus,

  • wann größere Steuerzahlungen anstehen,
  • wann Beiträge zur Ärzteversorgung steigen,
  • wann Tilgungen beginnen
  • oder wann größere Investitionen die Liquidität belasten könnten.

Dadurch bleibt genügend Zeit, geeignete Maßnahmen einzuleiten.

=> Je früher sich finanzielle Entwicklungen erkennen lassen, desto größer ist der Handlungsspielraum.


Fazit: Entscheidend ist nicht der Kontostand, sondern der freie finanzielle Spielraum

Ein gut gefülltes Praxiskonto vermittelt Sicherheit. Diese Sicherheit kann jedoch trügerisch sein. Denn ein Teil des Geldes ist häufig bereits für Steuern, Beiträge zur Ärzteversorgung oder Darlehen vorgesehen.

Wer diese Verpflichtungen frühzeitig in seine Planung einbezieht, reduziert das Risiko unangenehmer Überraschungen erheblich.

=> Nicht der Kontostand entscheidet über die finanzielle Stabilität einer Praxis, sondern der Betrag, der nach Abzug aller absehbaren Verpflichtungen tatsächlich frei verfügbar bleibt.


Frage an Sie

Haben Sie jederzeit einen Überblick darüber, welcher Teil Ihres Kontostands tatsächlich frei verfügbar ist – oder verlassen Sie sich überwiegend auf den aktuellen Kontostand?


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Wenn Sie frühzeitig erkennen möchten, welche finanziellen Verpflichtungen in den kommenden Monaten oder Jahren auf Ihre Praxis zukommen, vereinbaren Sie gerne ein unverbindliches Orientierungsgespräch. Gemeinsam schaffen wir Transparenz über Ihre zukünftigen Geldflüsse und entwickeln rechtzeitig passende Handlungsmöglichkeiten.


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