Artikel - Weil Mitarbeiterkosten leider weiter steigen werden….

… sollten Sie sich rechtzeitig darauf einstellen. Verschiedenste Statistiken zeigen, dass die Personalkosten in Zahnarztpraxen (und Arztpraxen) stetig steigen.  Damit nicht gleichzeitig der Gewinn einer Praxis sukzessive fällt, ist ein strategisches Handeln gefragt.

Nehmen wir uns beispielsweise das KZBV-Jahrbuch 2018 zur Hand, so finden wir auf Seite 156 eine interessante Statistik: Die Lohnerhebung der Berufsgenossenschaft (bgw), Hamburg.

Sie zeigt eine deutliche Tendenz: Während die Lohnsumme der Zahnarztpraxen jedes Jahr stetig steigt, sinkt die Anzahl der Zahnarztpraxen. In den letzten Jahren hat dies zu einer durchschnittlichen Steigerung der Lohnsummen je Betrieb von 5-6% p.a. in den alten Bundesländern und 6-9% p.a. in den neuen Bundesländern geführt.

Dabei ist aber auch zu berücksichtigen, dass die Anzahl der Beschäftigten je Praxis von Jahr zu Jahr ebenfalls steigt (2018: +5,1%). Somit sind die Steigerungen der Lohnkosten nicht nur den steigenden Gehaltsvorstellungen der Mitarbeiterinnen zuzuordnen, sondern auch der höheren Personalkapazitäten.

Auch wenn die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge für zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind (alleine in 2018 um 6,53%), so gibt es leider noch eine hohe Quote an Auszubildenden, die ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen. Während in manchen Branchen durchschnittlich 20% der Auszubildenden ihre Ausbildung nicht abschließen, sind es bei ZFA teilweise über 30%.

Die Gründe sind vielschichtig: „schlechte Bezahlung“, „unbezahlte Überstunden“ und „geringe Wertschätzung“.

Dieses Ausscheiden aus der Branche kommt aber ebenfalls – und das nicht selten – nach Beendigung der Ausbildung vor. Auch mit fertiger Ausbildung und teilweise einigen Jahren Berufserfahrung, gibt es noch eine nennenswerte Anzahl an ZFA, die aus der Branche ganz aussteigen.

Es bleibt zu hoffen, dass die steigenden Personalkosten zumindest den positiven Effekt haben, dass sich die Mitarbeiterinnen fairer bezahlt fühlen und den Praxen doch weiterhin zur Verfügung stehen.

Was aber können Sie für Ihre Praxis tun?

 

  1. Schaffen Sie ein faires Gehaltsgefüge!
    Einkommen ist einer der wichtigsten Faktoren für die Gewinnung neuer Mitarbeiterinnen. Schaffen Sie eine faire Gehaltsstruktur, damit neue Mitarbeiterinnen keine Unruhe (auf Grund des Gehalts) in das bestehende Team bringen.         
  2. Halten Sie Ihre Mitarbeiterinnen über Wertschätzung
    Ein wichtiger Faktor für persönliche Wertschätzung sind regelmäßige Mitarbeitereinzelgespräche. Hier nehmen Sie sich Zeit für die Mitarbeiterinnen, um deren Ziele und Wünsche zu erfahren, aber auch um Ihre Vorstellungen umsetzen zu können.
  3. Schaffen Sie eine persönliche Bindung zur Praxis
    Gehalt ist ein wichtiger Faktor, solange es als fair – gegenüber der Branche und auch innerhalb der Praxis – angesehen wird. Viel wichtiger ist aber eine emotionale Bindung zur Praxis zu schaffen.      
    Neben den Mitarbeitereinzelgesprächen sind hier gerade Events und gemeinsame Veranstaltungen Gemeinsame (positive) Erlebnisse sind kaum zu ersetzen.  
  4. Nutzen Sie steuerliche Möglichkeiten
    Wenn Sie heute einer Mitarbeiterin eine Gehaltserhöhung iHv. Euro 100 geben, so kostet Sie das ca. 123 Euro (inkl. Arbeitgeberanteil). Bei der Mitarbeiterin kommen jedoch nur ca. 40 Euro an.


Das ist für beide Seiten unbefriedigend. Nutzen Sie deshalb steuerliche Möglichkeiten, damit Ihre Zahlung möglichst steuer- und/oder sozialversicherungsfrei – oder zumindest reduziert – ankommt. Das spart beiden Seiten Geld und ist ein klarer Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Praxen. Wichtig für die Mitarbeiterinnen ist in der Regel das Nettoeinkommen!   
Aber Vorsicht: Machen Sie nicht den Fehler, dass Sie ein Nettogehalt vereinbaren. Da sich z.B. die Steuerklasse der Mitarbeiterin ändern kann, vereinbaren Sie – selbst bei einer Lohnkostenoptimierung – ein Bruttogehalt.

In unserem Seminar „Mitarbeiter führen, halten, finden“ gehen wir genau auf diese ganzen Punkte ein. Wenn Sie also mehr wissen wollen, freuen wir Sie, auf einem unserer Seminare zu begrüßen!

 

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